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Schreibt Renate Ndarurinze, die Autorin des Reiseführeres: Albanien – Mit Tirana, Adriaküste und Albanischen Alpen
Frühjahr 2004 – es ist noch nicht sehr lange her, dass Albanien das Joch der Diktatur abgeworfen hat. Tourismus ist beinahe noch ein Fremdwort für dieses Land, das in der Vorstellung vieler Westeuropäer wild und unzugänglich ist, bewohnt von einer Handvoll Krimineller – Dieben und Mördern -, die hinter jeder Ecke lauern, mit Kalaschnikows bewaffnet, bereit, jeden Fremden ohne Vorwarnung auszurauben oder abzuknallen.
| Zu jener Zeit lebte ich im Norden Korfus, dieser wunderschönen griechischen Insel, auf der Odysseus der schönen Nausikaa begegnete und von den dort ansässigen Phäaaken freundlich aufgenommen wurde, bevor er zu seiner Ehefrau Penelope zurückkehrte. Jedes Mal, wenn ich am Strand spazieren ging, sah ich im Osten, auf der anderen Seite des Meeres, die Bergkette Albaniens, die bedrohlich und steil in den Himmel ragt und vom |
lieblichen Korfu aus unerreichbar, unüberwindbar schien. Jeden Tag zog es mich dorthin. In meiner Vorstellung sah ich hinter diese geheimnisvollen Berge, stellte mir menschliches Leben dort vor, Städte und Dörfer.
Als ich meinen griechischen Bekannten gegenüber den Wunsch äußerte, einmal dorthin zu fahren und sie um Informationen über das Land bat, lachte man mich zunächst aus, warnte mich und versuchte sehr beredt, mir diesen hirnrissigen Plan auszureden.
„Du als Frau allein – sie werden dich vergewaltigen, ausrauben und töten. Wo willst du übernachten, was willst du essen, wo duschen?“ Diese und noch mehr unsinnige Fragen prasselten auf mich ein, doch nützliche, objektive Informationen erhielt ich nicht. Niemand von ihnen war je dort gewesen und wollte auch nicht hin – Gott bewahre mich vor diesem Übel!